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Textprüfung

Rechtschreibprüfung: Die besten Online-Tools

Kein Prüfprogramm findet alles. Die Unterschiede liegen weniger in der Trefferquote bei Tippfehlern als in Grammatik, Stil und Datenschutz. Dieser Überblick ordnet zehn gängige Werkzeuge ein.

Vorweg eine Abgrenzung, die im Alltag ständig durcheinandergeht: Rechtschreibprüfung, Grammatikprüfung und Plagiatsprüfung sind drei verschiedene Dinge. Die Werkzeuge auf dieser Seite prüfen Sprache. Ob ein Text von woanders stammt, beantwortet keines von ihnen - dafür braucht es Plagiatssoftware.

1. Duden Online

Der Referenzpunkt für die deutsche Rechtschreibung. Das kostenlose Wörterbuch beantwortet Einzelfragen zu Schreibung, Trennung und Bedeutung zuverlässiger als jedes Prüfprogramm, weil es die Regelgrundlage selbst ist.

Für die Prüfung ganzer Texte gibt es den kostenpflichtigen Mentor. Stärke: die Regelkonformität im Deutschen. Schwäche: Er ist auf Deutsch beschränkt und beim Stil zurückhaltender als angelsächsische Konkurrenz.

Taugt für: deutschsprachige Texte, bei denen Regeltreue vor Stilberatung geht.

2. Grammarly

Der bekannteste Anbieter, mit Abstand am stärksten im Englischen. Erkennt neben Grammatik auch Ton, Klarheit und Wortwiederholungen und begründet Vorschläge verständlich.

Der entscheidende Punkt für deutsche Nutzerinnen und Nutzer: Deutsch wird nicht in vergleichbarer Tiefe unterstützt. Wer überwiegend deutsch schreibt, bekommt hier deutlich weniger als bei einem auf Deutsch spezialisierten Werkzeug.

Taugt für: englischsprachige Texte, besonders im beruflichen Umfeld.

3. Rechtschreibprüfung24

Ein schlankes deutschsprachiges Webtool ohne Anmeldung: Text einfügen, prüfen, Korrekturen ansehen. Für einen schnellen Durchgang über eine E-Mail oder einen kurzen Beitrag völlig ausreichend.

Grenzen zeigen sich bei längeren Texten und bei komplexer Zeichensetzung. Für eine Abschlussarbeit ist es zu grob.

Taugt für: kurze Texte, schneller Zwischencheck.

4. LanguageTool

Für deutschsprachige Texte die insgesamt überzeugendste Lösung. Deckt Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung gut ab, erkennt auch Kommafehler bei erweiterten Infinitiven und schwierige Bezüge. Verfügbar als Weberweiterung, Office-Add-in und eigenständige Anwendung.

Zwei Punkte heben es heraus: Die Regelbasis ist offen einsehbar, und es lässt sich als Server selbst betreiben. Damit verlässt bei vertraulichen Texten kein Wort das eigene Netz - ein Argument, das bei Abschlussarbeiten und Mandantenunterlagen den Ausschlag geben kann.

Taugt für: deutschsprachige Texte aller Längen, vertrauliche Inhalte.

5. Scribens

Kostenloses Werkzeug mit ordentlicher Grammatikprüfung und Erklärungen zu den gefundenen Fehlern. Der didaktische Ansatz ist der eigentliche Wert: Man erfährt, warum etwas falsch ist, und nicht nur, dass es falsch ist.

Die Oberfläche ist werbefinanziert und entsprechend unruhig.

Taugt für: Lernende, die die Regel hinter der Korrektur verstehen wollen.

6. OnlineCorrection

Minimalistisches Prüfprogramm ohne Anmeldung, das Rechtschreibung und einfache Grammatik abdeckt. Die Stärke ist die Anspruchslosigkeit: Seite öffnen, einfügen, prüfen.

Bei Stil und komplexer Zeichensetzung ist schnell Schluss.

Taugt für: einen letzten Blick vor dem Absenden.

7. ProWritingAid

Das gründlichste Werkzeug der Liste, wenn es um Stil geht. Analysiert Satzlängenverteilung, Passivanteil, Wortwiederholungen, Lesbarkeit und Klischees und liefert dazu ausführliche Berichte.

Die Auswertung ist auf englische Texte ausgelegt und kann bei längeren Manuskripten überwältigen. Wer sie diszipliniert nutzt, verbessert damit allerdings mehr als mit reiner Fehlerkorrektur.

Taugt für: längere englischsprachige Texte, Manuskripte, Stilarbeit.

8. SpellCheckPlus

Prüfprogramm mit Lernfokus für Englisch und Französisch. Fehler werden erklärt und in Kategorien einsortiert, sodass sich wiederkehrende Muster erkennen lassen.

Für Deutsch nicht geeignet.

Taugt für: Fremdsprachenlernende im Englischen und Französischen.

9. Reverso

Stark im mehrsprachigen Arbeiten: Prüfung, Übersetzung und - besonders nützlich - Beispielsätze aus echten Textkorpora. Wer wissen will, ob eine Formulierung tatsächlich so verwendet wird, findet hier Belege statt Vermutungen.

Als reine Rechtschreibprüfung für Deutsch ist es schwächer als LanguageTool.

Taugt für: mehrsprachige Texte, Formulierungsfragen.

10. Textkorrektur

Schlankes deutschsprachiges Angebot für den schnellen Durchgang. Funktional vergleichbar mit Rechtschreibprüfung24, ohne besonderen Mehrwert, aber ohne Hürden.

Taugt für: kurze deutschsprachige Texte.

Fazit

Für deutschsprachige Texte führt kaum ein Weg an LanguageTool vorbei - besonders, wenn Vertraulichkeit eine Rolle spielt und die selbst betriebene Variante infrage kommt. Bei englischsprachigen Texten liefert Grammarly die beste Alltagsunterstützung und ProWritingAid die gründlichste Stilanalyse. Duden Online bleibt die Instanz für Einzelfragen.

Wichtiger als die Wahl des Werkzeugs ist allerdings die Reihenfolge: Erst schreiben, dann inhaltlich überarbeiten, dann sprachlich prüfen. Wer während des Schreibens jeden unterringelten Fehler korrigiert, verliert den Faden und findet am Ende trotzdem weniger.

Und ein letzter Punkt, den kein Prüfprogramm abdeckt: Ob ein Text eigenständig ist, prüft man getrennt. Wie das geht, steht unter Plagiatsprüfung.

Häufige Fragen

Welches Tool eignet sich für wissenschaftliche Arbeiten?

Für deutschsprachige Arbeiten ist LanguageTool die naheliegende Wahl, weil es Grammatik und Zeichensetzung im Deutschen gut abdeckt und sich lokal betreiben lässt. Für englischsprachige Texte liefern ProWritingAid und Grammarly mehr. Keines dieser Werkzeuge prüft auf Plagiate - das ist ein getrennter Schritt.

Sind Online-Prüfprogramme datenschutzrechtlich unbedenklich?

Nicht automatisch. Der Text wird zur Prüfung an einen Server übertragen. Bei vertraulichen Inhalten - unveröffentlichten Arbeiten, Mandantendaten, internen Unterlagen - sollte man entweder eine lokal laufende Variante nutzen oder vorher klären, wo verarbeitet und wie lange gespeichert wird.

Ersetzt ein Prüfprogramm das Korrektorat?

Nein. Software findet Regelverstöße, ein Korrektorat findet zusätzlich Bezugsfehler, inhaltliche Widersprüche und Stellen, die formal korrekt und trotzdem missverständlich sind. Für Texte mit Außenwirkung lohnt der zweite Blick.

Zuletzt geprüft: 2026-08-08