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TextGuard

Plagiatsprüfung

So läuft eine Plagiatsprüfung ab

Der Ablauf ist in allen Systemen ähnlich. Interessant wird es erst beim letzten Schritt - dem Lesen des Berichts, bei dem die meisten Fehlschlüsse entstehen.

Schritt 1: Vorbereitung

Bevor der Text hochgeladen wird, lohnen zwei Minuten Vorarbeit.

Format prüfen. DOCX oder durchsuchbares PDF. Bei einem gescannten Dokument ohne Texterkennung analysiert das System ein Bild und findet nichts.

Vollständig hochladen. Auch Literaturverzeichnis und Anhang gehören dazu. Sie erzeugen zwar Treffer, aber ein Bericht, der auf einen Ausschnitt zurückgeht, ist wenig wert.

Datenschutz klären. Die zentrale Frage: Nimmt der Anbieter den hochgeladenen Text in seine Vergleichsdatenbank auf? Wenn ja, wird die eigene unveröffentlichte Arbeit Teil eines fremden Index - und kann bei einer späteren offiziellen Prüfung der Hochschule als Treffer gegen einen selbst erscheinen. Diese Angabe steht in den Nutzungsbedingungen und ist bei seriösen Anbietern leicht auffindbar.

Schritt 2: Der Abgleich

Was im System passiert, läuft in drei Phasen.

Zuerst wird der Text zerlegt - in überlappende Wortketten, aus denen Prüfsummen gebildet werden. Formatierung, Kopfzeilen und Seitenzahlen werden dabei entfernt.

Dann folgt der Abgleich gegen die Datenbestände des Anbieters: den Web-Index, lizenzierte Verlagsarchive, Sammlungen wissenschaftlicher Arbeiten und je nach System die Uploads anderer Nutzerinnen und Nutzer.

Zuletzt werden Treffer bewertet und gruppiert: zusammenhängende Fundstellen werden zusammengefasst, sehr kurze Übereinstimmungen und Standardformulierungen herausgefiltert.

Die Datenbasis entscheidet über das Ergebnis stärker als der Algorithmus. Was nicht im Index liegt - gedruckte Bücher ohne Digitalisat, interne Skripte, Arbeiten anderer Einrichtungen -, kann nicht gefunden werden.

Schritt 3: Der Bericht

Ein Bericht besteht aus zwei Teilen: einer Kennzahl und einer Liste von Fundstellen. Nur der zweite Teil ist etwas wert.

Die Prozentzahl gibt an, welcher Anteil des Textes irgendwo sonst vorkommt. Sie enthält korrekt gekennzeichnete Zitate, das Literaturverzeichnis, Standardformulierungen und Fachbegriffe. Sie ist keine Plagiatsquote und kein Schwellenwert.

Zwei Beispiele machen das deutlich: Eine Arbeit mit vierzehn Prozent, die vollständig aus belegten Zitaten stammen, ist unproblematisch. Eine Arbeit mit drei Prozent, in denen eine ungekennzeichnet übernommene Kernthese steckt, ist ein Plagiat.

Wer nur auf die Zahl schaut, liest den Bericht falsch - in beide Richtungen.

Schritt 4: Den Bericht auswerten

Eine Reihenfolge, die zuverlässig funktioniert:

Erst ausblenden, was systematisch Treffer erzeugt. Literaturverzeichnis, Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Gesetzestexte, Methodenbeschreibungen. Die meisten Systeme bieten dafür Filter.

Dann jede Fundstelle im Fließtext einzeln prüfen. Bei jeder drei Fragen: Ist die Übernahme gewollt? Ist die Quelle angegeben? Ist die Kennzeichnung korrekt - Anführungszeichen bei wörtlichen Übernahmen, Beleg auch bei sinngemäßen?

Nur was hier hängen bleibt, ist ein echter Befund. Alles andere ist Rauschen.

Auf die Art der Treffer achten, nicht nur auf die Menge. Viele kurze Treffer über den ganzen Text verteilt sind meist Fachsprache. Ein einzelner langer, zusammenhängender Treffer ist das eigentliche Warnsignal.

Schritt 5: Korrigieren

Was nach der Auswertung übrig bleibt, lässt sich in aller Regel reparieren:

  • Fehlender Beleg: Quellenangabe ergänzen. Der häufigste Fall und in Minuten erledigt.
  • Wörtliche Übernahme ohne Anführungszeichen: entweder als Zitat kennzeichnen oder echt paraphrasieren und belegen, siehe richtig paraphrasieren.
  • Zu nahe Paraphrase: Quelle weglegen und neu formulieren.
  • Falsche Fundstelle: Beleg prüfen und korrigieren.

Danach lohnt ein zweiter Durchgang. Der zeigt, ob die Korrekturen gegriffen haben - und findet gelegentlich Stellen, die beim ersten Mal unter den Filtern verschwunden waren.

Zeitplanung

Der häufigste praktische Fehler ist der Zeitpunkt: Wer am Abgabetag prüft, kann nichts mehr ändern.

Sinnvoll ist ein erster Durchgang, sobald der Rohtext steht - dann sind Zitierfehler noch systematisch behebbar. Ein zweiter kurz vor der Abgabe dient der Kontrolle. Zwischen beiden sollten mindestens ein paar Tage liegen.

Für die Auswertung selbst sind bei einer Abschlussarbeit ein bis zwei Stunden realistisch. Wer sie in zehn Minuten erledigt, hat nur auf die Prozentzahl geschaut.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Plagiatsprüfung?

Bei den meisten Anbietern wenige Minuten bis etwa eine halbe Stunde, abhängig von Textlänge und Auslastung. Prüfungen mit menschlicher Begutachtung dauern je nach Anbieter ein bis mehrere Tage.

Welches Dateiformat sollte ich hochladen?

Ein Format mit erhaltener Textebene, also DOCX oder ein durchsuchbares PDF. Ein gescanntes PDF ohne Texterkennung liefert kein brauchbares Ergebnis, weil das System nur ein Bild sieht.

Bleibt meine Arbeit beim Anbieter gespeichert?

Das hängt vom Anbieter ab und ist die wichtigste Frage vor dem Upload. Manche Systeme nehmen geprüfte Texte in ihre Vergleichsdatenbank auf - dann taucht die eigene Arbeit später bei anderen Prüfungen als Treffer auf. Dienste für Studierende schließen das üblicherweise aus.

Zuletzt geprüft: 2026-08-08