Der Zeitplan, der funktioniert
Der häufigste Fehler ist nicht die Wahl des Anbieters, sondern der Zeitpunkt. Wer am Abgabetag prüft, bekommt einen Bericht, mit dem er nichts mehr anfangen kann.
Sinnvoll sind zwei Durchgänge:
Etwa zwei Wochen vor Abgabe, sobald der Text vollständig steht. Zu diesem Zeitpunkt lassen sich fehlende Belege ergänzen und zu nahe Paraphrasen umschreiben, ohne dass die Arbeit auseinanderfällt.
Wenige Tage vor Abgabe als Kontrolle. Der zweite Durchgang zeigt, ob die Korrekturen gegriffen haben.
Wer nur einmal prüfen will, tut es zum ersten Termin. Ein Bericht ohne Zeit für Korrekturen ist eine teure Beruhigung.
Worauf es beim Anbieter ankommt
Für eine Bachelorarbeit zählen drei Kriterien, in dieser Reihenfolge:
Keine Aufnahme in die Vergleichsdatenbank. Das ist der wichtigste Punkt und kein Detail. Nimmt ein Dienst hochgeladene Arbeiten in seinen Index auf, taucht die eigene Arbeit bei der offiziellen Prüfung der Hochschule als Übereinstimmung auf - mit sich selbst. Das aufzuklären ist mühsam und vermeidbar.
Zugriff auf wissenschaftliche Quellen. Eine Prüfung, die nur den offenen Web-Index kennt, findet die entscheidenden Übernahmen nicht. Fachliteratur liegt hinter Bezahlschranken.
Verständlicher Bericht. Ein Bericht, der Fundstellen gruppiert und das Literaturverzeichnis ausfiltert, spart eine Stunde Auswertung.
Der Preis kommt danach. Die Unterschiede zwischen den Anbietern liegen bei einer Arbeit dieser Länge im Bereich weniger Euro - die Datenbasis unterscheidet sich erheblich stärker als der Preis. Eine Übersicht steht im Tool-Vergleich.
Vorher immer: in der Bibliothek oder beim Schreibzentrum nachfragen, ob die eigene Hochschule Studierenden einen Zugang bereitstellt. Viele tun das, und kaum jemand weiß davon.
Was der Bericht aussagt
Die Prozentzahl ist die am häufigsten missverstandene Angabe im ganzen Prozess. Sie gibt an, welcher Anteil des Textes anderswo vorkommt - inklusive korrekt gekennzeichneter Zitate, Literaturverzeichnis und Fachbegriffen.
Eine Arbeit mit achtzehn Prozent aus sauber belegten Zitaten ist unauffällig. Eine Arbeit mit vier Prozent, in denen eine ungekennzeichnet übernommene Kernthese steckt, ist ein Plagiat.
Die Auswertung läuft deshalb so:
- Literaturverzeichnis, Deckblatt und Inhaltsverzeichnis ausblenden.
- Jede verbleibende Fundstelle im Fließtext einzeln ansehen.
- Bei jeder fragen: Quelle angegeben? Wörtliches in Anführungszeichen? Sinngemäßes belegt?
- Was hier hängen bleibt, ist der eigentliche Befund.
Auf die Art der Treffer achten: Viele kurze Treffer über den Text verteilt sind meist Fachsprache. Ein einzelner langer zusammenhängender Treffer ist das Warnsignal. Mehr dazu unter Ablauf einer Plagiatsprüfung.
Die typischen Fehler in Bachelorarbeiten
Aus der Erfahrung von Schreibzentren tauchen immer dieselben vier auf:
Der Theorieteil aus den Exzerpten. Notizen wandern unter Zeitdruck fast unverändert in den Text, die geplante Umformulierung unterbleibt. Das ist der Klassiker.
Die Paraphrase ohne Beleg. Der verbreitete Irrtum, eigene Worte machten die Quellenangabe entbehrlich. Sie ist die häufigste Plagiatsform überhaupt, siehe richtig paraphrasieren.
Das Sekundärzitat. Ein Zitat wird aus einer anderen Arbeit übernommen, ohne das Original gelesen zu haben - und ohne den Zusatz „zitiert nach”. Fällt auf, sobald jemand nachschlägt.
Wiederverwendete Seminararbeiten. Der eigene Text aus einem früheren Semester ohne Kennzeichnung. Das ist ein Selbstplagiat und an den meisten Hochschulen ausdrücklich geregelt.
Alle vier entstehen ohne Täuschungsabsicht und werden trotzdem als Täuschung gewertet. Genau deshalb lohnt der Durchgang vorher.
Vor dem Upload
Vier Minuten Vorbereitung sparen einen unbrauchbaren Bericht:
- Format: DOCX oder durchsuchbares PDF. Ein gescanntes Dokument liefert nichts.
- Vollständig: Literaturverzeichnis und Anhang mit hochladen.
- Endfassung: Nicht einen Zwischenstand prüfen und die Korrekturen dann in eine andere Version einarbeiten.
- Nutzungsbedingungen: Der Abschnitt zur Speicherung hochgeladener Texte gehört gelesen, bevor die Arbeit das Haus verlässt.
Und wenn der Bericht etwas findet?
Meistens ist es reparabel. Fehlender Beleg heißt Quellenangabe ergänzen. Wörtliche Übernahme ohne Anführungszeichen heißt entweder als Zitat kennzeichnen oder echt neu formulieren und belegen. Zu nahe Paraphrase heißt Quelle weglegen und aus dem Verständnis heraus schreiben.
Bei größeren Funden lohnt das Gespräch mit der Betreuung vor der Abgabe. Eine offen angesprochene und korrigierte Stelle ist unproblematisch; dieselbe Stelle in der abgegebenen Arbeit ist ein Verfahren. Was dann folgen kann, steht unter Folgen und Konsequenzen.