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Wörter zählen: Wortanzahl, Lesezeit und Lesbarkeit
Der Wörterzähler zählt jede durch Leerzeichen getrennte Einheit mit mindestens einem Buchstaben oder einer Ziffer; „E-Mail“ ist ein Wort. Faustregeln: Eine Normseite (1.800 Zeichen) fasst rund 250 Wörter, gelesen werden etwa 200 Wörter pro Minute, gesprochen etwa 130. Lesbarkeit nach Flesch/Amstad: 180 - Satzlänge - 58,5 × Silben pro Wort.
Wörterzähler
Wortanzahl, Lesezeit, Lesbarkeit und häufigste Wörter - live beim Tippen.
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Formel: 180 - durchschnittliche Satzlänge - 58,5 × durchschnittliche Silben pro Wort. 0 = sehr schwer, 100 = sehr leicht. Silben werden geschätzt.
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Zeichenlimits: Meta-Title, Description, X, SMS, Instagram, LinkedIn
noch 60 Zeichen frei
noch 155 Zeichen frei
noch 280 Zeichen frei
noch 160 Zeichen frei
noch 2.200 Zeichen frei
noch 3.000 Zeichen frei
Wie gerechnet wird
Alle Werte leiten sich aus vier Zählungen ab: Zeichen, Wörter, Sätze und Silben. Die Formeln im Einzelnen:
- Wörter = Anzahl der durch Leerraum getrennten Einheiten mit mindestens einem Buchstaben oder einer Ziffer.
- Lesezeit = Wörter ÷ 200 Minuten. Das ist eine vorsichtige Annahme für stilles Lesen eines deutschen Sachtexts.
- Sprechzeit = Wörter ÷ 130 Minuten. 130 Wörter pro Minute entsprechen einem ruhigen Vortragstempo, wie es für Nachrichten und Reden empfohlen wird.
- Durchschnittliche Wortlänge = Buchstaben und Ziffern aller Wörter ÷ Wörter. Satzzeichen am Wortrand werden vorher entfernt, Bindestriche innerhalb eines Wortes bleiben.
- Durchschnittliche Satzlänge = Wörter ÷ Sätze. Sätze enden an Punkt, Frage- oder Ausrufezeichen; gängige Abkürzungen und Ordnungszahlen werden übersprungen.
- Normseiten = Zeichen mit Leerzeichen ÷ 1.800. Die Normseite ist mit 30 Zeilen zu 60 Anschlägen definiert, also höchstens 1.800 Anschläge.
- Flesch-Reading-Ease (deutsch) = 180 - durchschnittliche Satzlänge - 58,5 × durchschnittliche Silben pro Wort. Das ist die Anpassung von Toni Amstad (1978) an das Deutsche; die englische Originalformel von Rudolf Flesch (1948) lautet 206,835 - 1,015 × Satzlänge - 84,6 × Silben pro Wort und würde deutsche Texte wegen der längeren Wörter systematisch zu schwer bewerten.
Die Silben werden geschätzt: Gezählt werden Vokalgruppen, sodass „ei“, „au“ und „ie“ als eine Silbe gelten. Für die allermeisten deutschen Wörter stimmt das; bei Fremdwörtern und Wörtern mit Hiat wie „Familie“ liegt die Schätzung um eine Silbe daneben. Auf den Flesch-Wert eines längeren Textes wirkt sich das kaum aus.
Ein Beispiel durchgerechnet
Der Prüfbericht zeigt zwölf Prozent Übereinstimmung. Elf davon sind belegte Zitate und das Literaturverzeichnis. Ein Prozent ist eine Paraphrase ohne Quelle.
Der Absatz hat 21 Wörter in 3 Sätzen und 157 Zeichen mit Leerzeichen. Daraus ergibt sich:
- Durchschnittliche Satzlänge: 21 ÷ 3 = 7 Wörter
- Silben: 46, also 46 ÷ 21 = 2,19 Silben pro Wort
- Wortlänge: 134 Buchstaben ÷ 21 = 6,4 Zeichen pro Wort
- Flesch nach Amstad: 180 - 7 - 58,5 × 2,19 = 180 - 7 - 128,1 = 44,9, Einordnung „schwer“
- Lesezeit: 21 ÷ 200 Minuten = 6 Sekunden; Sprechzeit 21 ÷ 130 = 10 Sekunden
- Normseiten: 157 ÷ 1.800 = 0,09
Das Beispiel zeigt die Schwäche des Index: Die Sätze sind kurz, trotzdem landet der Text bei „schwer“, weil „Übereinstimmung“, „Literaturverzeichnis“ und „Prüfbericht“ viele Silben haben. Wer für Fachpublikum schreibt, sollte den Wert deshalb nicht als Zielgröße nehmen.
Typische Wortzahlen
Richtwerte, keine Vorgaben. Bei Abschlussarbeiten gilt allein die Prüfungsordnung, bei Manuskripten die Vereinbarung mit dem Verlag. Die Umrechnung in Normseiten setzt rund 250 Wörter pro Seite an, die Lesezeit 200 Wörter pro Minute.
| Textsorte | Wörter (Richtwert) | Normseiten | Lesezeit |
|---|---|---|---|
| Meta-Description (155 Zeichen) | 20–25 | 0,1 | unter 10 Sek. |
| Beitrag auf X (280 Zeichen) | 40–50 | 0,2 | 15 Sek. |
| Pressemitteilung | 300–500 | 1,2–2 | 2–3 Min. |
| Blogbeitrag, Ratgeberartikel | 800–1.500 | 3–6 | 4–8 Min. |
| Rede, 5 Minuten | ca. 650 | 2,6 | 5 Min. gesprochen |
| Hausarbeit (10–15 Seiten) | 3.000–4.500 | 12–18 | 15–23 Min. |
| Bachelorarbeit (30–40 Seiten) | 9.000–12.000 | 36–48 | 45–60 Min. |
| Masterarbeit (60–80 Seiten) | 18.000–24.000 | 72–96 | 1,5–2 Std. |
| Roman | 70.000–100.000 | 280–400 | 6–8 Std. |
Flesch-Wert einordnen
Die Skala reicht von 0 bis 100; Werte darüber oder darunter sind rechnerisch möglich und werden im Zähler auf diesen Bereich begrenzt. Die Stufen entsprechen der üblichen Einteilung nach Flesch, die Beispiele sind auf deutsche Textsorten übertragen.
| Wert | Einordnung | Typische Texte |
|---|---|---|
| 90–100 | Sehr leicht | Comics, Kinderbücher |
| 80–90 | Leicht | Einfache Gebrauchstexte, Boulevard |
| 70–80 | Mittelleicht | Unterhaltungsliteratur, Ratgeber |
| 60–70 | Mittel | Zeitungs- und Magazintexte |
| 50–60 | Mittelschwer | Qualitätspresse, Sachbuch |
| 30–50 | Schwer | Fachtexte, wissenschaftliche Arbeiten |
| 0–30 | Sehr schwer | Behörden- und Rechtstexte, Fachliteratur |
Für Webtexte und Ratgeber sind Werte zwischen 60 und 70 ein guter Bereich. Für eine Hausarbeit ist ein Wert um 40 normal - dort entscheidet nicht die Lesbarkeit, sondern ob die Belege stimmen. Was beim Selbstcheck vor der Abgabe zählt, steht unter Plagiatsprüfung für die Hausarbeit.
Grenzen der Berechnung
Lese- und Sprechtempo sind Mittelwerte. Geübte Leserinnen und Leser schaffen 300 Wörter pro Minute, bei Fachtexten mit Formeln oder Tabellen sinkt das Tempo auf die Hälfte. Die Sprechzeit gilt für einen vorgetragenen Text ohne Pausen für Folien oder Publikum.
Die Stoppwortliste ist klein. Sie umfasst rund 260 deutsche Funktionswörter - Artikel, Pronomen, Präpositionen, Hilfsverben. Häufige Vollverben wie „machen“ oder „gehen“ tauchen deshalb in der Liste auf, obwohl sie wenig über das Thema aussagen. Die Liste ist als Blick auf die Schlüsselbegriffe gedacht, nicht als Keyword-Analyse - warum Letztere ohnehin wenig bringt, steht unter SEO-Analyse für Textinhalte.
Sätze werden heuristisch erkannt. Gängige Abkürzungen sind berücksichtigt, seltene nicht. Ein Text mit vielen Fachabkürzungen bekommt dadurch zu viele Sätze und einen zu guten Flesch-Wert. Auch Aufzählungen ohne Satzzeichen verfälschen die Satzlänge.
Der Flesch-Wert misst Form, nicht Verständlichkeit. Er sieht weder Schachtelsätze mit vielen Kommas noch Fachjargon aus kurzen Wörtern noch fehlende Logik. Für den Ton eines Textes gibt es bessere Anhaltspunkte, siehe Die Bedeutung der Tonalität in Texten.
Normseite ist nicht gleich Normseite. Die Definition 30 × 60 = 1.800 Anschläge ist die verbreitetste; einige Auftraggeber und Verwertungsgesellschaften rechnen mit 1.500 Zeichen pro Seite. Bei Honorarabrechnungen zählt die vertraglich vereinbarte Definition, siehe auch Lektorat und Korrektorat.
Quellen
- Amstad, Toni (1978): Wie verständlich sind unsere Zeitungen? Dissertation, Universität Zürich. (Anpassung der Flesch-Formel an das Deutsche: 180 - ASL - 58,5 × ASW)
- Flesch, Rudolf (1948): A New Readability Yardstick. Journal of Applied Psychology, 32(3), S. 221–233.
- Brysbaert, Marc (2019): How many words do we read per minute? A review and meta-analysis of reading rate. Journal of Memory and Language, 109.
- Normseite: Konvention des Verlags- und Übersetzungswesens, 30 Zeilen zu 60 Anschlägen (1.800 Zeichen mit Leerzeichen).
- Sprechtempo: Faustregel von 120 bis 150 Wörtern pro Minute aus der Sprecherausbildung und der Praxis von Nachrichtenredaktionen; der Zähler rechnet mit 130.
Häufige Fragen
Wie viele Wörter sind eine Seite?
Eine Normseite mit 1.800 Zeichen fasst bei deutschen Texten rund 250 Wörter. Eine DIN-A4-Seite in 12 Punkt mit anderthalbfachem Zeilenabstand liegt je nach Schrift bei etwa 300 bis 350 Wörtern. Hochschulen rechnen fast immer in Wörtern oder Zeichen, nicht in Seiten - die Vorgabe in der Prüfungsordnung geht vor.
Wie viele Wörter liest man pro Minute?
Der Zähler rechnet mit 200 Wörtern pro Minute. Eine Meta-Analyse von Brysbaert (2019) kommt für stilles Lesen englischer Sachtexte auf rund 238 Wörter pro Minute; deutsche Texte haben längere Wörter und werden etwas langsamer gelesen. Fachtexte, Tabellen und Fremdsprachen senken das Tempo deutlich.
Wie viele Wörter braucht eine Rede von fünf Minuten?
Bei 130 Wörtern pro Minute rund 650 Wörter. Wer langsam und mit Pausen spricht, kommt mit 550 aus; wer schnell redet, braucht 750. Für Vorträge mit Folienwechseln und Publikumsreaktionen sollte man eher weniger einplanen.
Zählt „E-Mail“ als ein Wort oder als zwei?
Als eines. Gezählt wird alles, was durch Leerzeichen oder Zeilenumbruch getrennt ist und mindestens einen Buchstaben oder eine Ziffer enthält. Word und die meisten Prüfsysteme zählen genauso; Bindestrich-Komposita, Zahlen mit Tausenderpunkt und URLs sind jeweils ein Wort.
Was sagt der Flesch-Wert aus - und was nicht?
Er misst nur zwei Dinge: die durchschnittliche Satzlänge und die durchschnittliche Silbenzahl pro Wort. Kurze Sätze mit kurzen Wörtern ergeben einen hohen Wert. Über Inhalt, Logik oder Wortwahl sagt er nichts; ein unverständlicher Text aus kurzen Sätzen bekommt trotzdem eine gute Note. Für Fachtexte mit notwendig langen Begriffen ist der Wert deshalb nur als Warnsignal für überlange Sätze brauchbar.
Zählen Fußnoten und Verzeichnisse bei der Wortzahl einer Hausarbeit mit?
Das regelt jede Prüfungsordnung selbst. Üblich ist: Deckblatt, Inhalts- und Literaturverzeichnis sowie Anhang zählen nicht, Fußnoten je nach Fach mal ja, mal nein. Wer sicher gehen will, kopiert nur den Fließtext in den Zähler und fragt bei der Betreuung nach, wie Fußnoten gehandhabt werden.